Chlamydien

Chlamydien sind der "neue Star" unter den Geschlechtskrankheiten, besonders bei jungen Frauen. Achtung: Sie sind ausserdem der heimliche Mörder deiner zukünftigen Kinder.

Das häufigste Symptom?

Eine Nachricht von deinem Ex.

Symptome

50% der Männer und sogar 70% der Frauen, die eine Chlamydien-Infektion haben, zeigen keine Symptome. Deshalb stecken viele Menschen unwissentlich ihre Partner an. Das am weitesten verbreitete "Symptom" von Chlamydien ist entsprechend eine SMS von einem Ex, der oder die behauptet, dass sie sich bei dir angesteckt haben oder dass sie dich infiziert haben könnten.

Falls du Symptome entwickelst, zeigen sich diese normalerweise 1-3 Wochen nachdem du dich mit Chlamydien angesteckt hast. Typische Symptome sind:

Frauen
  • Schmerzen beim Urinieren
  • Ungewöhnlicher Ausfluss aus der Scheide
  • Bauch- oder Beckenschmerzen
  • Schmerzen beim Sex
  • Blutungen nach dem Sex
  • Blutungen zwischen den Perioden
  • Männer
  • Schmerzen beim Urinieren
  • Weisser, wolkiger oder wässriger Ausfluss aus der Penisspitze
  • Brennen oder Jucken in der Harnröhre (der Schlauch, der den Urin aus dem Körper transportiert)
  • Schmerzen in den Hoden
  • Falls bei dir Symptome auftreten, empfehlen wir dir einen Arzt aufzusuchen.

    Quelle: NHS

    Langfristige Auswirkungen

    Frauen

    Unbehandelte Chlamydien und Tripper sind die häufigsten Ursachen für eine Beckentzündung, auch PID (Pelvic Inflammatory Disease) gennant. Dabei handelt es sich um eine Entzündung der weiblichen Geschlechtsorgane. Langfristig kann eine solche Entzündung zu chronischen Schmerzen und sogar Unfruchtbarkeit führen. Chlamydien sind so auf Umwegen die Hauptursache für Unfruchtbarkeit bei Frauen in der Schweiz! Da die Symptome von PID sehr mild verlaufen können, besteht ein hohes Risiko, dass das Problem erst entdeck wird, wenn es schon zu spät ist. Leider ist eine durch PID verursachte Unfruchtbarkeit in der Regel nicht heilbar. Die einfachste Lösung, solche schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen zu vermeiden, ist, sich gewohnheitsmässig regelmässig testen zu lassen. Solange eine Chlamydien-Infektion rechtzeitig erkannt wird, kann man sie leicht behandeln und Folgeschäden durch PID vermeiden.

    Ungeborene Kinder

    Eine durch Chlamydien verursachte, nicht rechtzeitig behandelte Beckenentzündung , kann dazu führen, dass sich das befruchtete Ei ausserhalb der Gebärmutter einnistet. Man spricht dabei auch von einer (ektopischen Schwangerschaft). Eine entsprechende Schwangerschaft muss medikamentös oder operativ abgebrochen werden.

    Wenn du schwanger bist, untersucht dich normalerweise die Gynäkologin oder der Gynäkologe auf Chlamydien, da Chlamydien eine Frühgeburt verursachen können. Chlamydien können auch an das Baby übertragen werden, was z.B. eine Lungenentzündung oder eine Augeninfektion verursachen kann.

    Männer

    Männer leiden seltener unter langfristigen Konsequenzen von Chlamydien, aber sie bleiben ansteckend gegenüber ihren Sexualpartnern. Gegebenenfalls kann eine unerkannte Infektion langfristig zu einer Entzündung der Hoden führen. Dies kann zu Reaktiver Arthritis und sogar Unfruchtbarkeit führen.

    Quellen: NHS, Mayo Clinic

    Wer bekommt es?

    Trends

    Im Jahr 2019 gab es in der Schweiz 12'410 Fälle von Chlamydien. Mit anderen Worten: Bei 145 von 100'000 Personen wurde im vergangenen Jahr in der Schweiz Chlamydien diagnostiziert. Die höchste Risikogruppe sind junge Frauen im Alter von 20 bis 24 Jahren. Fast 1'100 von 100'000 von Ihnen werden jedes Jahr mit Chlamydien diagnostiziert. Seit dem Jahr 2000 steigen die Zahlen weiterhin rasant an 📈.

    "Dank" des Corona-Lockdowns scheint es einen vorübergehenden Rückgang der Zahlen in den letzten Monaten zu geben. Dies hat wahrscheinlich zwei Gründe:

    1. Wir haben unser soziales Leben eingeschränkt, sodass wir wahrscheinlich weniger Risiken eingegangen sind
    2. Während Corona mieden viele Menschen den Arzt aus nicht dringenden Gründen

    Jetzt, da fast jeder sein soziales Leben wieder aufnimmt, wird erwartet, dass mehr sexuell übertragbare Krankheiten (STDs) gemeldet werden.

    Risikogruppen

    Chlamydien werden am häufigsten bei jungen sexuell aktiven Menschen diagnostiziert. Sexuelle Vorlieben (hetero, schwul usw.) scheinen keinen grossen Unterschied zu machen. 59% der "Opfer" sind weiblich, 40% sind männlich. Chlamydien sind in Städten und Vororten weiter verbreitet, als auf dem weniger bevölkerten Land. Insbesondere die Kantone Genf, Basel und Zürich sind Risikobereiche.

    Das Benutzen eines Kondoms reduziert dein Risiko, dich mit Chlamydien anzustecken, um ungefähr 80%. Das heisst aber auch, das Kondome keine Garantie sind, sich nicht zu infizieren.

    Testberatung

    Wir haben die Zahlen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) analysiert. Wir haben diese Daten mit Untersuchungen zur Verbreitung sexuell übertragbarer Krankheiten in der Schweiz kombiniert. Mit wenigen Klicks können wir dir eine personalisierte Testberatung basierend auf Geschlecht, Alter und sexuellen Vorlieben geben.

    Hast du ein erhöhtes Risiko für Chlamydien? Informiere dich über bei unseren kostenlosen Test-Berater.

    Test-Berater keyboard_arrow_right

    Quellen: Bundesamt für Gesundheit (BAG), öffentlich zugängliche Forschung

    Oral- und Analsex

    Kannst du Chlamydien durch Oral- oder Analsex bekommen? Ja. Chlamydien können durch oralen oder analen Kontakt übertragen werden. Wenn die Missionarsstellung nicht deine einzige Sex-Position ist, bist du möglicherweise mehr Risiken eingegangen, als du dir bewusst warst.

    Chlamydien können nicht nur mittels Mund, Rachen und Anus übertragen werden: Chlamydien-Infektionen können auch an diesen Orten sowie in deinen Augen auftreten (!). In Mund und Rachen treten normalerweise keine Symptome auf. Chlamydien in deinem Anus können Beschwerden wie unregelmässigen Stuhlgang verursachen. In deinen Augen können sie Rötungen, Schmerzen und Ausfluss zur Folge haben.

    Wir bieten nicht nur Vaginal- und Urintests an, sondern auch Tests für denOral- und Analbereich.

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    Quelle: NHS

    Diagnose und Behandlung

    Diagnose

    Die einzige Möglichkeit, Chlamydien zu diagnostizieren, besteht darin, sich testen zu lassen. Ein Arzt kann entscheiden, dir eine Behandlung ohne Test zu verschreiben, wenn:

    • Dich ein (Ex-) Partner gewarnt hat, dass bei ihr oder ihm Chlamydien diagnostiziert wurden
    • Du Symptome zeigst

    Dies ist ein sehr pragmatischer Ansatz, und es liegt im Ermessen eines Arztes, dies zu entscheiden. Wenn du die unnötige Einnahme von Antibiotika vermeiden möchten, solltest du den Arzt bitten, dich auf jeden Fall zu testen.

    Falls du Symptome zeigst, aber noch nicht beim Arzt warst, solltest du sofort handeln und bestelle einen Labortest. Normalerweise sind unsere Laborberichte 3 Werktage nachdem du deine Probe an uns zurück geschickt hast verfügbar. Besprich im Falle eines positiven Tests (dies bedeutet: Chlamydien wurden gefunden) deinen Laborbericht mit einem Arzt. Unsere Laborberichte sind in 4 Sprachen verfügbar, sodass du sie jedem Schweizer Arzt und vielen internationalen Ärzten vorlegen kannst.

    Einen Arzt wählen

    Wenn du positiv auf Chlamydien getestet wurdest, muss ein Arzt die Diagnose bestätigen und eine Behandlung verschreiben. Ziehst du es vor, deinen Hausarzt nicht einzubeziehen? Wenn du überhaupt einen hast? Es gibt andere Möglichkeiten:

    • Arzt-Chat, z.B. MiSANTO
    • Video Arzt, e.g. EE Doctors
    • Das TelMed Angebot von der Krankenkasse

    Behandlung

    Chlamydien werden typischerweise mit Antibiotika behandelt. Welche Antibiotika du genau bekommst, hängt von folgenden Faktoren ab:

    • Hast du Allergien?
    • Bist du schwanger oder stillst du?
    • Deuten deine Symptome darauf hin, dass es Komplikationen geben könnte?

    Kein Sex!

    Du solltest zwischen dem Moment deines Tests und dem Ende der Behandlung keinen Sex haben, da du sonst deinen Partner oder deine Partnerin gefährdest. Falls dein Partner oder deine Partnerin ebenfalls infiziert war, wartet mit dem Sex bis ihr beide wieder "clean" seid. Bei einigen Antibiotika musst du noch bis eine Woche nach der Einnahme abstinent sein.

    Sexpartner informieren

    Chlamydien werden hauptsächlich durch Sex übertragen. Du hast dich bei jemand anderem angesteckt, der sich dessen möglicherweise nicht bewusst ist. Falls du seit deinem letzten Test Sex mit mehr als einer Person hattest, hast du diese möglicherweise auch infiziert. Informiere alle, mit denen du seit deinem letzten Test Sex hattest.

    Erneut testen

    Bei anhaltenden Symptomen wird ein erneuter Test empfohlen. Personen unter 25 Jahren wird dringend empfohlen, den Test nach 3 Monaten auch ohne Symptome erneut durchzuführen. Wenn du dich das erste Mal bei uns hast testen lassen, erhältst du einen Rabatt auf den zweiten Test. Kontaktiere dafür unseren Support.

    Quelle: NHS